Freundschaft

01Aug2018

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe es geht euch allen mindenstens genauso gut wie mir. Und das bedeutet seeehr gut, also hoffe ich, dass es euch auch seeeehr gut geht!
Seit ein paar Wochen mache ich mir viele Gedanken oder denke viel über ein Thema nach: Freundschaft. Was ist Freundschaft? Wann beginnt eine richtige Freundschaft? Und vorallem, wann hört eine Freundschaft auf? Kann eine Freundschaft enden? Bevor ich nach Südafrika gegangen bin, wurde mir oft gesagt, dass ein solches Jahr zeigt, wer die wahren Freunde sind und wer nicht. Wer noch an deiner Seite steht, auch wenn du in deren Leben nicht präsent bist. Wer sich noch für dich interessiert, auch wenn du dich mal 3 Wochen nicht meldest. Wer dich noch so hinnimmt, auch wenn du dich vielleicht verändert hast, wenn du vielleicht andere Gewohnheiten hast, wenn du vielleicht andere Wörter sagst oder dich verändert hast. Ich war immer recht locker, was das anging, weil ich mir immer dachte, dass ich mich eh viel bei meinen Freunden melden werde und dass sich doch eh nichts ändern wird. Früher oder später habe ich gemerkt, dass das doch nicht so der Fall ist – dass ich doch ganz schön oft vergessen habe, zu schreiben. Dass ich, die sich doch alle wichtigen Dinge in den Kalender oder ins Tagebuch schreibt, plötzlich Geburtstage vergesse. Es gibt oder gab Leute, die mir genau das übel genommen haben. Die mir vorgeworfen haben, ich hätte mich zu wenig gemeldet und sie seien kein Teil mehr in meinem Leben. Bullshit. Dann gibt es diejenigen, die sagen, dass doch alles cool sei und ich mir kein Stress machen soll, ich meine Zeit genießen soll und mir keine Sorgen machen soll, dass sie wissen, dass sie ein Teil meines Lebens sind, auch wenn ich mich nicht jede Woche melde. Ihnen nicht alles sofort erzähle, sondern liebe einmal im Monat 2 Stunden telefoniere und sie so vollplappere, dass sie mich danach eh erstmal 2 Wochen nicht hören wollen. Genau, dass sind die Freunde, die bleiben. Die einen verstehen, die ganz genau wissen, dass egal, was ist die Freundschaft bestehen bleibt, egal wie oft man sich hört. Und das ist für mich das Schönste, weil es doch so unglaublich viel mit Vertrauen zu tun hat. Warum sollte ich direkt an einer Freundschaft zweifeln, nur weil man sich nicht mehr jeden Tag sieht oder hört. Nur weil man auf einmal nicht präsent ist, sind auch alle Erinnerungen und Erlebnisse plötzlich egal? Dann sind all die Erfahrungen, die man zusammen gemacht hat, all die Geheimnisse, die man geteilt hat auf einmal nichts mehr wert? Es tut weh, dass es Leute gibt, die tatsächlich so ticken. Die man mal richtig gern gemocht hat, auf einmal nicht mehr da sind, wo sie mal waren. Ich will es keinem vorwerfen, wie gesagt, ich bin selber schlecht darin geworden, mich zu melden. Aber das hat seine Gründe und zwar zum Einen, dass ich abends oft zu müde bin, um noch lange Texte zu schreiben und zum Anderen, weil es mich auch gar nicht so interessiert, was in Deutschland so passiert. Was juckt mich der Dorftratsch, wenn ich doch eh nicht da bin? Wenn ich hier in Südafrika bin, meine Zeit mit meinen Freunden hier genieße und es doch auch eh nicht ändern kann. Über die sozialen Netzwerke bekomme ich ja auch immer ein bisschen mit und das reicht mir irgendwie. Die Freundschaften, die noch da sind, die bedeuten wirklich was. Die Menschen, die einen nach 10 Monaten besuchen und mit denen man noch genauso über Alles reden kann, was man halt so zu bereden hat. Mit denen man in Erinnerungen schwelgt und am Meer sitzt und sich darüber lustig macht, wie dumm man doch mit 16 war. Die Menschen, die irgendwo am anderen Ende der Welt sitzen und dir ellenlange Texte darüber schreiben, dass sie gerade an eine gemeinsame Reise gedacht haben und sich schon jetzt darauf freuen, so eine Reise wieder zu machen. Aber davor müssen wir auf unseren eigenen Reisen sein, uns weiterentwickeln und dann all die Erfahrungen irgendwann miteinander teilen. Wann beginnt eine richtige Freundschaft? Eine Frage, die ich mir stelle, wenn ich an die Menschen denke, die ich hier kennenlerne. Denn ich lerne viele Leute kennen, aber benenne nur wenige als richtige „Freunde“. Warum? Weil ich genau die Frage klären will, wann eigentlich eine richtige Freundschaft anfängt. Und die fängt sicher nicht mit einem einfachen Drink in nem Club an. Da steckt so viel mehr dahinter – sobald man 100 % man selbst ist, finde ich. Sobald man sich öffnet und auch einfach mal ehrlich sagen kann, was man denkt. Davon habe ich hier wenige, weil es a) viele Leute sind, die man flüchtig kennt und mit denen man dann halt mal feiern oder essen geht aber mehr auch irgendwie nicht und b) weil ich Angst habe zu enge Freundschaften zu schließen und dann in 4 Wochen gehen zu müssen, mit dem Wissen, diesen Freund vielleicht nie wieder zu sehen. Das ist meine größte Angst und da komme ich schon zur nächsten Frage. Wann hört eine Freundschaft auf? Ein Freund von mir hier, Juan, und ich haben letztens ziemlich lange auf dem Heimweg vom Klettern darüber geredet. Do you really think once you leave our friendship will fade, Kira? Das hat er mich gefragt. Ich habe Gänsehaut überall bekommen, weil ich einfach keine Antwort auf diese Frage habe. Ich weiß nicht, ob die Freundschaft so lange bestehen kann – natürlich würde ich es mir wünschen. Wir haben hier so viele Erinnerungen gemacht und so viele Gespräche gehabt, aber mit dem Wissen, dass man sich vielleicht nie wieder sieht, ist es doch schwer, das Alles aufrecht zu erhalten. Hoffnungslos. Ich weiß, dass klingt als wäre ich ein total negativer, hoffnungsloser Mensch. Die, die mich kennen, wissen, dass ich es nicht bin. Ich habe gesagt, dass ich ihm weiterhin verrückte Sprachnachrichten senden werde, er mir weiter Fotos von PE schicken kann, aber ich bin irgendwie nicht mehr in seinem Leben präsent und er irgendwie nicht mehr in meinem. Das ist komplett anders, wenn man weiß, dass man wieder kommt. Dann würde ich null daran zweifeln, aber mit diesem Wissen ist es um einiges schwieriger. Ich habe in diesem Jahr so viel über mich und über Freundschaften gelernt und ich bin so gespannt, wie es sein wird, wenn ich wieder in Deutschland bin. Werden mir meine südafrikanischen Freunde noch Nachrichten schicken? Werde ich manchmal in deren Gedanken sein? Werde ich mit meinen alten Freunden in Deutschland klar kommen bzw. werden sie mit mir klarkommen? Mit einer vielleicht veränderten Kira? In 4 Wochen werden sich ein paar der Fragen klären und darauf bin ich sehr gespannt, aber bis dahin genieße ich die Zeit hier, verbringe viel Zeit mit den Menschen, die mir mein Auslandsjahr so liebenswert gemacht haben und gleichzeitig freue ich mich auf die Menschen, die immer da waren und immer bleiben. <3

Als Leni mich im Juli besuchen gekommen ist                   Crew loooove

Habe ich mich verändert, seit ich weg bin?

16Juli2018

Exactement 10,5 Monate bin ich jetzt in Südafrika, weit weg von meinem gewohntem Umfeld. Meiner Familie, meinen Freunden. Aber bin ich wirklich so „aus meinem gewohnten Umfeld“ gerissen worden, wie man es sich vorstellt? Es fühlt sich nicht so an. Warum? Weil ich kein gewohntes Umfeld hatte, weil ich schon davor nicht permanent an einem Standort gewesen bin. München habe ich schon im Juni nach 3 wundervollen Jahren verlassen und die letzten Wochen vor dem Abflug habe ich zwar auf dem Papier in Garmisch gewohnt. Aber war mal hier mal da. War in Estland, in Holland, in Aachen, paar Nächte in München. Meine Freunde sind nicht alle in meinem Heimatort, sie sind in der Welt verteilt. Das macht es um einiges leichter für mich und vorallem macht es das um einiges schöner. Geschichten von Freunden zu hören, die gerade in Nepal sind und die Sprache der Einheimischen schon richtig gut kann. Freunde, die sich bald auf den Weg nach Asien machen, um 7 Wochen diesen Kontinent zu bereisen. Freunde, die in eine andere Stadt ziehen, um zu studieren. Freunde, die einen Halbmarathon in Kroatien laufen. Ist das nicht wunderschön? Ich persönlich habe schon immer die Erfahrung gemacht, dass man beim Reisen am meisten lernt. Nicht nur irgendwelche Skills, sondern vorallem lernt man viel über sich. Habe ich mich verändert, seit ich weg bin? Das ist der Betreff meines Blogposts, ich weiß. Aber das ist die Frage, die ich mir seit ein paar Wochen stelle und versuche zu klären. Eine Antwort zu finden ist schwierig. Natürlich war es eine der größten Umstellungen in einem anderen Land mit 6 Leuten, die man davor nur einmal gesehen hat, zusammen zu wohnen. In einem Land, wo sehr viel anders als in Deutschland läuft (und das ist auch gut so!) In einem Land, in dem ich so viel ich bin. Indem mir klar wird, dass ich einfach nicht bereit bin, an einem Standort für immer zu sein. Nach 3 Jahren München habe ich mich auch gefreut, diese Stadt wieder zu verlassen, auch wenn es unglaublich weh getan hat, Adieu sagen zu müssen. Nach 12 Monaten Port Elizabeth werde ich mich wieder auf was Neues freuen, auch wenn ich den Abschied so sehr fürchte. Nach 2 Jahren Schule in Aachen werde ich mich bestimmt auch auf was Neues freuen. Aber wann kommt der Punkt, wo ich sagen werde „Nein. Hier möchte ich bleiben!“ Ist es normal, so einen Freiheitsdrang zu haben? Nennt man das Freiheitsdrang? Ich weiß es nicht. Kommen wir zurück zu meinem Betreff. Habe ich mich verändert, seit ich weg bin? Ich glaube schon. Ich habe zum einen viele Erfahrungen gemacht, die mich prägen werden. So zum Beispiel habe ich den Glauben der Leute im Township kennengelernt, habe ihre Kirche besucht und bin noch jetzt beeindruckt von ihrer Art, ihren Glauben auszuleben. Auch habe ich gelernt, viele Dinge zu schätzen. Dass ich in Deutschland so sicher bin, wusste ich nie zu schätzen – das habe ich erst gelernt, als ich hier merkte, nicht immer sicher zu sein. Ich bin um einiges offener geworden, weil ich verstanden habe, dass nicht mehr als ein Nein oder eine Reaktion, die ich mir vielleicht nicht gewünscht hätte, kommen kann. Dass man nie was verliert, sondern ja eigentlich nur lernt. In jeder Situation. Ich habe ein Buch gelesen, welches mir meine liebe Mama im März mitgebracht hat. „The Big Five for Life“ von John Strelecky. Vielleicht kennt’s ja jemand. Eine wundervolle Metapher am Anfang des Buches besagt: „Lebe dein Leben so als würde es am Ende in einem Museum ausgestellt werden. Jeder Tag deines Lebens hat eine Wand oder einen Raum. Entscheide selbst, wie dein Museum aussehen soll.“ Und wer will wohl ein langweiliges, trauriges oder gar kahles Museum? Keiner. Deshalb will ich dieses Museum füllen, so bunt und laut und schön wie möglich. Mit vielen verschiedenen Menschen, Kulturen und Liedern. Und auch wenn ich so gerne unterwegs und weg bin, so werden manche Menschen trotzdem in jedem Raum meines Museums vertreten sein. Nämlich meine Familie und meine Freunde, über die ich in diesem Jahr auch viel gelernt habe. Egal wo ich bin, es spielt keine Rolle, einige Menschen sind immer bei mir. Und das ist ein so so wunderschönes Gefühl, bei dem mir warm um’s Herz wird. Weil es so schön ist, Menschen im Leben zu haben, die das Beste aus Einem rausholen. Immer. Wie ihr seht, eine klare Antwort auf meine Frage gibt es nicht, aber das liegt daran, dass ich in meinen Augen jeden Tag wachse und mich durch Erfahrungen/ Erlebnisse immer ein Stück verändere. Nicht nur ich, sondern jeder. Durch Veränderungen wächst man. Und das ist auch gut so! Und auch wenn die unzähligen Abschiede in meinem Leben immer ein bisschen traurig waren, so waren die Neuanfänge immer wieder spannend. Auch wenn ich wirklich gemischte Gefühle habe, wenn ich an den Abschied in 6 Wochen denke, so habe ich auch das Gefühl von Vorfreude in mir, wenn ich an meine neue Zeit in Aachen denke. Ich häng hier mal ein Gedicht von Hermann Hesse an, welches mir eine ehemalige Lehrerin letzte Woche zum Thema Abschiede und Neuanfänge gesendet hat. Es trifft’s ganz gut. Bis dahin, macht’s gut und schön und wunderbar! <3

STUFEN
Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse) 

 

                                                                            

Breathe deep

21Juni2018

Hallo ihr Lieben,

kaum zu glauben, aber wahr – ich habe mich seit 2 Monaten nicht mehr auf meinem Blog gemeldet. Dabei ist hier doch so viel passiert und es hat sich einiges geändert, deshalb heute kein Post über irgendein besonderes Thema, sondern einfach um die letzten Monate, was passiert ist, welche Erfahrungen ich gemacht habe und wo ich so unterwegs war!

Also, wo fangen wir an?
Als Erstes vielleicht zu einer Änderung auf der Arbeit, die mir seeeeehr am Herzen liegt. Die, die mich kennen, wissen, dass ich schon immer gerne Yoga gemacht habe (auch wenn oft sehr unregelmäßig) und es total gefeiert habe. Also kam mir irgendwann die Idee: ‚Warum nicht auch Yoga mit den Kids?!‘ und da ich ja eh Fit4Life Gruppenleiterin bin, konnte ich es recht einfach etablieren. So fing ich an mit den Fit4Life Schülern nach der Stunde immer 20 Minuten Yoga zu machen. Den Kindern hat es total Spaß gemacht und ich hatte schon das Gefühl, dass sie dieses Bewusstsein für ihren Atem und die Intensität der Bewegungen wahrgenommen haben. Mit den Worten „And now give me your most beautiful smile. Have a great day” habe ich die Sequenz meistens beendet und das Lächeln der Kinder war einfach unbezahlbar. Nachdem meine Fit4Life-Kinder dieses Angebot so gut annahmen, wollte ich es weiter in die Gemeinschaft einbringen und so traf ich mich mit der Direktorin und fragte sie, ob es möglich sei, an der Grundschule Yoga zu „unterrichten“. Es war möglich und so gab es jeden Dienstag und Donnerstag Morgen eine 30-minütige Yoga Sequenz im Sonnenaufgang. Es ist einfach ein tolles Gefühl morgens noch ein bisschen verschlafen an die Schule zu radeln und von Kindern in Empfang genommen zu werden, die Bock haben morgens (vor der Schule!) Yoga zu machen. Matten habe ich übrigens gespendet bekommen und zwar einmal von Alan, einem Yogalehrer in Port Elizabeth, der unseren Kindern auch schon zwei professionelle Stunden gegeben hat und zum Anderen war Marius so lieb und hat mir Matten bestellt und zugeschickt. Ich bin einfach wahnsinnig stolz ein kleines, eigenes Projekt bei Masifunde zu haben, gerade, weil ich auch Yoga so toll finde und die Botschaft dahinter ganz wundervoll ist. Morgen ist der letzte Schultag und dann sind 3 Wochen Ferien. Da ich in den Ferien keine Gruppenstunden habe, werde ich ein Yoga-Ferien-Programm machen, wo ich 3 mal die Woche morgens in unserem Bildungszentrum eine Stunde geben werde. Ich bin schon super gespannt, wie viele kommen und freue mich total drauf!

„When you own your breathe no one can steal your peace“

        Breathe deep!    

Yoga am Strand :)

Zum Thema Yoga und “Leben” hatte ich auch letztens mit meiner besten Freundin Selina ein sehr interessantes Gespräch. Selli ist gerade auf ihrer Weltreise und hat mich letztens die Frage gestellt, was für mich Leben ist. Ich hab eeeecht lange darüber nachgedacht und mir ist aufgefallen, dass ich so eine richtige Definition nicht finden konnte. Leben ist Entscheidungen aus dem Herz raus treffen und das machen, was man in dem Moment für richtig hält, dann kann man es auch im nächsten Moment nicht bereuen, weil es einfach richtig ist/war. Das knüpft auch ganz gut an mein nächstes Thema an, nämlich mein Leben hier. Mir wird immer öfter bewusst, dass meine Zeit sich hier langsam aber sicher dem Ende zuneigt und irgendwie fällt es mir schwer, zu beschreiben, wie ich darüber denken soll. Zum Einen freue ich mich natürlich auf Deutschland, freue mich auf die neue Stadt, neue Leute und einfach auf was „Neues“, aber zum Anderen schießen mir Tränen in die Augen, wenn mich meine Fit4Life Kids nach 2 Wochen Urlaub empfangen, als wäre ich für immer weg gewesen. Ich realisiere, dass ich nur noch 5 Gruppenstunden mit meinen Schülern habe, dass ich allgemein nur noch 10 Wochen in PE habe und dass meine Freunde anfangen zu sagen „You’re leaving soon“. Ich glaube das Schlimmste für mich ist, dass ich weiß, dass es nie wieder so sein wird, wie es gerade war. Dass auch wenn ich vielleicht in 2 Jahren nochmal nach Port Elizabeth komme, alles anders sein wird. Dass meine Schüler dann teilweise schon mit der Schule fertig sind, dass manche Kollegen vielleicht nicht mehr bei Masifunde arbeiten, dass das Bildungszentrum dann vielleicht noch größer ist und es bei Masifunde andere Gruppen gibt. Aber es ist ja auch gut so. Das Leben braucht ja Veränderungen, sonst wäre es ja langweilig, aber manchmal will man es doch nicht richtig wahrhaben. Eine große Veränderung steht für mich auch in Deutschland an. Ich hab mich entschieden nach Aachen zu ziehen, um mein Abitur nachzuholen, da mich doch der Reiz packt, zu studieren. Also gehts am 28. August in den Flieger nach Deutschland und dann am 1. September direkt ins Auto nach Aachen, um umzuziehen. Verrückt, ich weiß! Aber ich glaube, dass es ganz gut ist, dass ich dann direkt beschäftigt bin, um nicht ins Fernweh zu verfallen, weil eins ist klar! Ich werde Südafrika, die Leute in diesem Land, Masifunde, meine Mitbewohner, meine Freunde, das Meer und die Kids im Township definitiv vermissen!

   

Nature's Valley im Juni       Sonnenaufgang mit Lenalein                Da bin ich mal ganz spontan von ner Brücke gesprungen!

  

 

 

 

Do you need a lift?

25April2018

 

Ihr Lieben,

Endlich traue ich mich an ein Thema, welches mich schon seit Anfang an hier in Südafrika sehr beschäftigt. Allerdings fand und finde ich es sehr schwer aufs Papier zu bringen, da es ein (für mich) sehr komplexes Thema ist. Seit Anfang an spürt man die Folgen der Apartheid noch fast jeden Tag, schwarz und weiß ist DAS Thema hier in Südafrika. Ich versuche es jetzt ein bisschen aus meiner Sicht zu erzählen. Bitte lest diesen Satz nochmal. Das Wichtigste aus diesem Satz ist das „aus meiner Sicht“. Mit den folgenden Erzählungen spiegel ich nur MEINE Gedanken wieder, nur das, was täglich in meinem Kopf rumschwirrt und jetzt endlich mal niedergeschrieben werden muss. Bevor ich einen Artikel nur über Fakten schreibe, dachte ich mir, ich erzähle von verschiedenen Situationen in meinem Leben hier in Südafrika. Situationen, in denen ich mich noch oft schwer tue oder Situationen, in denen ich die Regenbogennation schwer hinterfrage.

 

Montag 14:30 Uhr
Nach einem Vormittag im Masifunde-Büro steht für mich meine Gruppenstunde im Township an. Ich packe also meinen Rucksack, schnappe mir mein Fahrrad und mache mich auf den Weg ins Township, welches vom Büro mit dem Fahrrad 5 Minuten entfernt ist. Ich kämpfe mich den kleinen Berg hoch, hinter mir hat sich eine Schlange von Autos gebildet. Ich quäle mich gegen den Wind, versuche schneller zu fahren. Autos kommen mir entgegen. Ein weißes Kind, welches noch ihre Schuluniform anhat, sieht mich bemitleidend an. „Ja, du brauchst gar nicht so blöd gucken, du wirst ja immer von Taxi Papa abgeholt“ geht mir durch den Kopf, weil ich genervt von dem starken Wind bin, der mir entgegen kommt. Nachdem ich den Berg endlich geschafft habe und links Richtung Township abbiege, sehe ich die entsetzten Blicke der weißen Mamis und Papis im Auto an der Kreuzung, die unser Suburb und das Township trennt. Ich lächle sie an und fahre ins Township, wo mir einige der Masifundekids strahlend entgegen kommen und zuwinken. Ich fühle mich irgendwie direkt wieder wohl und versuche mich nicht darüber aufzuregen, dass die weiße Bevölkerung einen doof ansieht, wenn man sich ins „gefährliche“ Township traut. Ich würde behaupten 80 % der weißen Bevölkerung Südafrikas ist noch nie in einem Township gewesen, klar wieso denn auch, ich würde in Deutschland auch nicht unbedingt in Viertel gehen, in denen es heißt, dass es nicht all zu sicher wäre, aber ich urteile auch nicht darüber.

 

Dienstag 17:00 Uhr
Ich renne fröhlich nach einer guten Stunde im Gym, in dem natürlich 95% der Menschen weiß sind, die Treppen hinunter und mache mich auf den Weg nachhause. Vom Gym nachhause sind es knapp 10 Minuten durch Walmer, dem Suburb, in dem ich wohne. Ich persönlich fühle mich hier tagsüber nie unsicher, weswegen ich um diese Uhrzeit natürlich die paar Meter noch nachhause laufe. Warum sollte ich mich auch ein Uber holen? Für die 25 Rand kann ich mir am nächsten Tag was zu essen kaufen. Ich laufe die Straße runter, als plötzlich ein Auto neben mir hält. Ein weißer, junger Mann sitzt drinnen und kurbelt das Fenster hinunter. „Hey Girl, what are you doing?“ Verwundert sage ich ihm „I’m going home. Why?” Noch verwunderter fragt er mich, ob ich verrückt sei und ob er mich nicht lieber nachhause fahren soll. „What the fuck“ denke ich mir und lehne dankend ab. Warum sollte ich die 5 Meter jetzt irgendwo mitfahren, wenn ich mich nicht unsicher fühle. Aber das sind die ‚Weißen‘ hier. 700 Meter zum Supermarkt fährt man natürlich mit seinem dicken Auto, wozu auch?

 

Mittwoch, 17:35 Uhr
„Hey Kira, good to see you. How are you” begrüßt mich Dave, mein Yogalehrer. Seit ein paar Wochen gehe ich in ein sehr kleines Yogastudio direkt um die Ecke jeden Mittwoch für 90 Minuten zum Yoga. Als einziges Mädchen bin ich gemeinsam mit 5 etwas älteren, weißen Männern in der Stunde, was mir sehr viel Spaß macht. Sie sind wirklich alle super lieb und das Yoga tut mir mega gut. Als wir die Schlussentspannung machen und David anfängt uns vorzusummen „Lasst all den Frust raus, die Probleme los und entspannt euch“ versuche ich natürlich in erster Linie zu entspannen, ertappe mich aber dabei, wie ich schon wieder ein ungutes Gefühl bekomme. 500 Meter weiter richtung Strand befindet sich das Township. Dort wo die Leute meiner Meinung nach WIRKLICHE Probleme haben, dort wo die Leute teilweise zu 10. in einem Haus, das so groß ist, wie mein Zimmer, leben. Dort, wo die Menschen teilweise kein fließend Wasser oder keinen Strom haben. Dort sind die Probleme. Warum wacht die Regierung nicht endlich mal richtig auf und versucht einen Schritt dagegen zu unternehmen. Es gäbe so viele Möglichkeiten. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich bei Masifunde arbeite. Eine NGO ist eine der vielen Möglichkeiten, diesen Menschen zu helfen!

 

Samstag, 15:20 Uhr
Mein Handy klingelt, ich blicke auf den Display und lese „Manelisi“. Mein südafrikanischer Freund und Arbeitskollege ruft an, ich grinse und hebe ab. „Hey, you wanna go for a run? I’ll be at your place in 20 minutes! See you then. Sharp” Gespräch beendet, 20 Minuten steht er in Sportklamotten vor meiner Haustür und wir laufen an diesem sonnigen Nachmittag durch unser weißes Suburb Walmer. Manelisi stöhnt auf, als ein Auto vorbei fährt und der Fahrer (weiß, obvious) ihn mal wieder böse anschaut. Sind multiracial Beziehungen immer noch so etwas komisches? Warum schauen Leute, die in einer sogenannten „Regenbogennation“ leben, einen immer noch komisch an, wenn man als Weiße was mit einem Schwarzen macht und umgekehrt. Sollte es nicht nach 20 Jahren eigentlich normal sein? Sowas nennt sich Regenbogennation. Wow...

 

Ich könnte noch viele Situationen aufschreiben, in denen ich die Regenbogennation hinterfrage. Natürlich gibt es IMMER Ausnahmen. Es gibt hier tolerante Menschen, es gibt hier Freundschaften zwischen Schwarz & weiß. Es gibt hier Orte, an denen es ausgeglichen ist, an denen schwarz und weiß sehr friedlich auf engem Raum sind. Aber leider gibt es zu viele Orte, wo nur Weiße sind und sich von Schwarzen bedienen lassen.
In meinen Situationen, die ich geschildert habe, klingt es vielleicht doll danach, dass nur die Weißen hier rassistisch sind oder whatever. Natürlich auch das nicht. Natürlich rufen mich im Township auch manchmal welche „Umlungu (xhosa für Weiße/NichtafrikanerIn) und natürlich habe ich auch schon Sätze wie „F*ck you Umlungu!“ gehört, nur leider haben sich bei mir die Situationen gehäuft, in denen ich es von weißen Südafrikanern mitbekommen habe.
Ein super schwieriges Thema, das ich versucht habe niederzuschreiben. Ich würde es mir so sehr wünschen, dass Südafrika eine wirkliche Regenbogennation wird. Mittlerweile glaube ich, dass das in manchen Gebieten besser klappen wird, in manchen schlechter. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie und ob sich Südafrika in den nächsten Jahren entwickelt!

Eine geborgene Umarmung am Flughafen

11April2018

10.April 2017 18:57 Uhr

Ich steige aus dem Flugzeug, betrete den Boden von Port Elizabeth und kriege einen kurzen Moment Gänsehaut. Nach einem Monat Besuch bin ich nun wieder alleine, entfernt von meinen Liebsten. Am 10. März habe ich voller Vorfreude und ein klein bisschen Verspätung meine liebe Mama am Flughafen in Port Elizabeth empfangen. Überwältigt und überglücklich hatten wir einen wunderschönen ersten gemeinsamen Nachmittag, den wir mit ausgiebigen Spaziergängen (was auch sonst) und leckerem Kaffee und vielen Gesprächen verbrachten. Es war ein so verbundenes Gefühl und alles war wie es eben sein sollte. Wir hatten ein paar schöne Tage hier bei mir in PE, haben den Addo Elephant Park mit Lena und Philipp unsicher gemacht und haben die Mutter-Tochter-Zeit in vollsten Zügen ausgekostet, bevor wir dann am 15.März in den Flieger nach Kapstadt stiegen, um erst noch einen Nachmittag in der Mother City zu verbringen und dann einen Tag später mit dem kompletten SageNet Jahrgang nach Wortelgat zu fahren, um unser Zwischenseminar zu haben. Mama hat sich dort in einer schönen Hütte eingelebt und trotz Seminar konnte ich morgens und abends mit ihr Zeit verbringen, quatschen und einfach nur die Ruhe und Zweisamkeit genießen. Nach 5 Tagen wunderbarem Seminar, bei dem der ganze Jahrgang zusammen gekommen war und verschiedene Themen wie Rassismus, Reflektion, Erwartungen und Motivation behandelt wurden, ging es dann mit Mama zurück nach Port Elizabeth, da am Tag darauf schon der nächste Besuch anstand: Marius nahm die Reise nach Südafrika ein zweites Mal auf sich, worauf ich mich ebenfalls wahnsinnig freute. Das Wiedersehen am Flughafen war mindestens genauso emotional wie die unendlich vielen Abschiede, die wir immer und immer wieder hatten. So hatte ich für einen Abend Mama und Marius bei mir, was für mich eins der schönsten Geschenke war. Wir gingen gemeinsam mit Lena und Jan essen und hatten viel zu erzählen. Irgendwie war das ein so vertrautes Gefühl und wir hatten einen wunderschönen Abend. Am Freitag brachten Marius und ich Mama zum Flughafen und so mussten wir wieder auf bestimmte Zeit ´Tschüss´sagen. Besuche sind zwar wahnsinnig schön, aber die Abschiede sind jedes Mal wieder schwierig, auch wenn man weiß, dass es dieses Mal für nicht all zu lang ist, so tuts irgendwie jedes Mal aufs Neue weh. Gleichzeitig freute ich mich aber natürlich auch auf die Zeit zu Zweit mit Marius, die wir zu einer wirklich Schönen machten. Mit Surfwochenende in Jeffrey’s Bay, Wandern in Hogsback, Reiten in Chintsa und Entdecken von Johannesburg war alles dabei und alles in Allem war es großartig. Und jetzt. Jetzt nach 1 Monat sitze ich hier wieder alleine. Natürlich habe ich meine liebsten Mitbewohner, die das Gleiche gerade haben, da auch sie Besuche hatten und natürlich heitern wir uns gegenseitig auf, aber trotzdem fühlt es sich komisch an. Manchmal frage ich mich, ob es nicht einfacher ist, keinen Besuch zu bekommen. Ein einziges Mal nur Tschüss sagen ist vielleicht leichter. Andererseits ist ein „Willkommen in meinem neuen Zuhause“ ein bewältigendes Gefühl, dass ich nicht missen möchte.

Marius, Mama und auch Janine und Maxi, die im Februar schon hier waren: Vielen Dank, dass ihr den Weg auf euch genommen habt, in den Flieger gestiegen seid (ich weiß es sehr zu schätzen, Mama) und mich besuchen gekommen seid. Ihr habt mir mal wieder bewiesen, was für großartige Menschen ihr seid. Ihr habt mir hier wahnsinnig viel Kraft gegeben und ich bin froh euch zu haben. Das Wissen euch in knapp 5 Monaten wieder öfter zu sehen ist unbeschreiblich und auch wenn ich den Abschied von Südafrika fürchte, freue ich mich darauf!

Ihr seid mein Ursprung, mein Vertrauen, meine Insel und mein Schatz. Mein Mund formt euer Lachen, mein Herz schlägt euren Takt

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365 von 7426 Tagen

20Feb2018

Sag mal, hast du damals auch so oft in Wochen und Monaten gedacht? Hast du unterbewusst auch die Tage mitgezählt?“ frage ich meine Cousine bei einem Skype von Südafrika nach Eversen. „Mh.. ja ich glaube schon. Ich denke das ist normal“ bekomme ich als Antwort und nehme es einfach mal so hin. Nachdem wir auflegen, denke ich darüber nach, wie lange es her ist, dass ich sie gesehen habe und ertappe mich selber schon wieder dabei, in Monaten und Wochen zu denken.

Dass Gedanken, wie „Boah schon 3 Monate seit dem Summercamp“, „Nur noch 6 Monate, dann geht es schon wieder heim“ fast täglich in meinem Kopf rumschwirren, ist für mich mittlerweile normal, auch wenn es manchmal anstrengend ist. Und dann hinterfrage ich, wie es wohl zu diesen Gedanken andauernd kommt? Bin ich unglücklich? Ist es falsch, die Wochen zu zählen, die man schon in einem anderen Land verbringt? Ich beantworte mir die Fragen selber mit Nein und denke darüber nach, woher es dann kommen kann.
Ich verbringe genau 12 Monate in einem anderen Land. Genau 365 Tage, genau 52 Wochen, Ich weiß genau, wann ich Deutschland verlassen habe und ich weiß genau, wann ich wieder in Deutschland ankommen werde. Wann in meinem Leben ist eine Zeit so unglaublich ENDLICH? So gut wie nie. Als ich meine Ausbildung in München angefangen habe, wusste ich auch, dass sie 3 Jahre dauern wird, aber ich wusste ja nicht, was ich danach machen werde. Es hätte ja auch gut passieren können, dass ich weiterhin bei meinem Ausbildungsbetrieb arbeite und weiterhin in München lebe, aber hier weiß ich ganz genau, dass ich nach einem Jahr wiederkommen werde. Klar, ich könnte meinen Freiwilligendienst verlängern, aber das hätte ich jetzt schon entscheiden müssen und das kam für mich einfach nicht in Frage, weil ich nach meinem Jahr studieren möchte.
Was ich damit sagen möchte ist, dass es noch nie in meinem Leben vorkam, dass meine Zeit quasi so begrenzt war. Ich lebe auf diesem Planeten seit genau 7426 Tagen. Wenn man sich dann mein soziales Jahr in Tagen errechnen lässt, sind das gerade mal 365 Tage, was gerade mal 4,9% meines bisherigen Lebens sind. 1 Jahr klingt verdammt lange, aber wenn ich es auf mein ganzes, bisheriges Leben errechne, ist es so gut wie nichts. Dennoch habe ich die Möglichkeit knapp 5% meines (bisherigen) Lebens auf einem anderen Kontinent zu leben, ich habe das Meer vor der Nase und lebe komplett auf mich alleine gestellt. Es bringt doch nichts, sich unnötig Gedanken darum zu machen, wie wahnsinnig man zuhause vermisst, wenn ich daran denke, dass ich die anderen 95% meine Familie und Freunde immer in unmittelbarer Nähe hatte.

Warum ich diesen Artikel schreibe? Weil ich merke, dass die Zeit verdammt schnell rum geht und ich mir vielleicht eingestehe, dass ich die ersten paar Monate noch gar nicht so richtig genutzt habe und dass ich mir fest vornehme, in den nächsten 6 Monaten das Beste aus Allem rauszuholen. Die Gedanken, dass ich in 6 Monaten dieses Land wieder verlassen muss, lässt mich zusammenzucken und macht mich ein wenig traurig. Wann bekomme ich nochmal die Möglichkeit so „tief“ in eine andere Kultur eintauchen zu können? Wann bekomme ich nochmal die Möglichkeit mir vor meinen Schülern isiXhosa beibringen zu lassen? Ich weiß nicht, wie oft ich noch die Möglichkeit haben werde, in einem anderen Land zu leben. Ich weiß nicht, ob es mir nochmal ermöglicht wird, jeden Tag mit den Fahrrad an den Strand fahren zu können, einfach weil man es eben kann. Mir wird erzählt, dass in dem Township, in dem ich arbeite viele Kinder vielleicht erst 3 mal in ihrem Leben am Strand waren und das obwohl er nur 20 Minuten weg ist, die Eltern haben jedoch kein Geld für Transport an den Strand. Sie brauchen das Geld für Essen oder Anderes. Transport zum Strand kostet pro Person knapp 22 Rand, was ungefähr 1,50 € sind.
Bei meinem (nicht seltenen) Cafébesuch überkommt mich das schlechte Gewissen, weil ich ganz genau weiß, dass sich andere Menschen in diesem Land nicht einfach mal einen Kaffee für 30 Rand kaufen können. Ich habe die finanziellen Mittel und könnte es, wenn ich wollte, jeden Tag machen. Wieder überkommt mich diese Wut über die Ungerechtigkeit im Land und wieder frage ich mich, ob es sich jemals ändern kann. Den Rassismus spürt man hier jeden Tag, die Folgen der Apartheid sind noch immer zu sehen. Südafrika ist so ein vielfältiges Land, es hat so viel Potenzial. Zuma’s Rücktritt ist auf jeden Fall schon ein Schritt auf den richtigen Weg und ich hoffe, dass sich die Situation in und für Südafrika bald ändern wird.

Vielleicht gibt es in 2 Wochen nochmal einen ausführlicheren Bericht über meine erste Hälfte, momentan bin ich im Projekt ein bisschen eingespannt und am Donnerstag geht es für mich erstmal für ein längeres Wochenende nach Kapstadt. Ihr könnt euch aber sicher sein, dass ihr bald wieder was von mir hört!

Bis dahin, haltet die Ohren steif & freut euch auf den Frühling!
Eure Kira <3

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